• Schulstufe
  • Klassenstufe
  • Materialtyp

    Tod und Trauerrituale im Wandel der Zeit

    Unterrichtseinheit

    Die Unterrichtseinheit für die Fächer Ethik und Religion der Klassenstufen 9–10 vermittelt den Schülerinnen und Schülern grundlegendes Wissen über Sterben, Tod und Trauerrituale verschiedener Kulturen. Die Lernenden analysieren religiöse und säkulare Bestattungskulturen, erkunden Friedhöfe als Orte der Erinnerung und als historische Lernorte und reflektieren den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit dem Tod sowie moderne Formen der Grabgestaltung. Diese umfassende Unterrichtseinheit für die Fächer Ethik, Praktische Philosophie und Religion der Klassenstufen 9 bis 10 ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Tod, Trauer und Bestattungskulturen. In 5-6 Unterrichtsstunden erkunden die Lernenden religiöse und säkulare Bestattungsrituale verschiedener Kulturen und entdecken Friedhöfe als lebendige historische Lernorte. Die Unterrichtseinheit "Tod und Trauerrituale: Bestattungskulturen im Wandel der Zeit verstehen" verbindet Lehrplaninhalte mit lebensweltlichen Erfahrungen und liefert über die Expertise von Steinmetzinnen und Steinmetzen anschauliche Einblicke in die Gestaltung von Gräbern und (modernen) Friedhöfen. Der Umgang mit dem Tod, der Trauer und der Erinnerung gehört zu den grundlegenden kulturellen Erfahrungen menschlicher Gemeinschaften. Friedhöfe sind in diesem Zusammenhang in stetem Wandel und daher als historische, religiöse und gesellschaftliche Lernorte sehr aufschlussreich. Sie spiegeln Veränderungen von Religion und Weltanschauungen, Familien- und Gesellschaftsstrukturen, Trauerpraktiken und Lebensformen wider. Die vorliegende Unterrichtseinheit greift diese unterschiedlichen Perspektiven auf. Beginnend mit der Auseinandersetzung mit religiösen und säkularen Bestattungskulturen wird ein erster Blick auf Bedeutung des Todes und den Umgang der Hinterbliebenen damit vorgenommen. Dazu gehören auch Aspekte wie Rituale und die Grabgestaltung. In einem weiteren Schritt steht der Friedhof als "Geschichtsbuch" im Fokus, an dem sich historische, soziale, religiöse und auch handwerkliche Entwicklungen beobachten lassen. Die Entschlüsselung von Figuren, Schriften und Symbolen ist hierfür ein grundlegender Bestandteil. Das Steinmetzhandwerk, das seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild von Friedhöfen und Grabsteinen prägt, wird dabei als Experten-Feld herangezogen. Abschließend wird mithilfe eines Hintergrund-Textes für Schülerinnen und Schüler ein Blick auf die aktuelle und zukünftige Friedhofskultur geworfen und innovative Konzepte wie der Campus Vivorum werden thematisiert. Individualisierte Formen des Gedenkens, neue Bestattungsformen sowie die Rückgewinnung des Friedhofs als gesamtgesellschaftlicher Begegnungsraum sind Bestandteil dieser Entwicklung. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle gestaltender Berufe, insbesondere des Steinmetzhandwerks, sichtbar gemacht, das zwischen traditionellem Handwerk, künstlerischer Gestaltung und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen Möglichkeiten der Grabgestaltung ermöglicht. Die Unterrichtseinheit bietet eine Vielzahl an methodischen und medialen Herangehensweisen an das Thema und ermöglicht damit den Lernenden ein motivierendes Lernportfolio. Die Aufgaben betreffen teils den eigenen Blick der Schülerinnen und Schüler auf das Thema und fördern aber gleichzeitig die kulturanalytische Betrachtung. Der Umgang mit Tod und Trauer, Friedhöfen und Bestattungskultur gehört auf der einen Seite zwar grundlegend zum Menschsein und dem Leben dazu, erhält aber auf der anderen Seite im schulischen Kontext oft wenig Raum. Dabei ist dieser Themenschwerpunkt auf vielen Ebenen relevant. Angefangen auf der persönlichen Ebene kann es durch die persönliche Religion oder persönliche Betroffenheit im Umfeld relevant sein, sich damit auseinanderzusetzen. Auf der gesellschaftlichen Ebene ermöglichen Friedhöfe historische Perspektiven und in Bezug auf die Aktualität werden auch Fragen der Stadtgestaltung und des menschlichen Miteinanders aufgeworfen. Die Auseinandersetzung mit Bestattungskulturen und Friedhöfen fördert damit nicht nur Sachwissen, sondern auch Empathie, Perspektivübernahme und ethische Urteilsbildung. Die Unterrichtseinheit setzt nur wenig themenspezifisches Grundwissen voraus, vielmehr werden Text- und Videoquellen und ein passender Fachartikel zur Erarbeitung zur Verfügung gestellt. Diese beziehen sich auf unterschiedliche Ebenen des Themas: historisch, gesellschaftlich, persönlich wie handwerklich. Nicht zuletzt wird empfohlen, einen Friedhof in der Nähe der Schule als außerschulischen Lernort zu nutzen und ggf. mit einem Steinmetz oder einer Steinmetzin als Fachperson für die Gestaltung von persönlichen Erinnerungsorten vor Ort ins Gespräch zu kommen. Methodisch kombiniert diese Unterrichtseinheit kooperative Lernformen, Analyseaufgaben und kreative Ansätze und bietet aber auch genug Raum für persönliche Überlegungen zum Thema. Das Gruppenpuzzle des Arbeitsblatts 1 ermöglicht die Erschließung relevanten Fachwissens und gibt die Möglichkeit zur Perspektivübernahme. Viele Bildquellen (Fotos und Videos) unterstützen die Wahrnehmung der Umsetzung von Trauerkultur. Durch die Textarbeit reflektieren die Schülerinnen und Schüler die Entwicklung des Trauerortes „Friedhof“ und erschließen sich neue Formen der Gemeinschaft und Fürsorge ("Caring Infrastructure“) in diesem Zusammenhang. Zentral für diese Unterrichtseinheit ist ein sensibler Blick der Lehrkraft, da gegebenenfalls Schülerinnen oder Schüler persönlich betroffen sein könnten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und vergleichen religiöse und säkulare Bestattungskulturen (Christentum, Judentum, Islam, säkular). beherrschen zentrale Begrifflichkeiten zu Bestattung, Trauer und Erinnerungskultur. verstehen Friedhöfe als Orte der Erinnerung und als historische Quellen. erkennen den Wandel der Friedhofskultur und die Relevanz der Grabgestaltung. verstehen die Funktionen historischer und moderner Friedhofsgestaltung in gesellschaftlichen Zusammenhängen. beschreiben die Rollen gestaltender Berufe (z. B. Steinmetzhandwerk) für die Erinnerungskultur. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen gezielt Informationen aus Text-, Bild- und Videoquellen. bündeln Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ in einem Gruppenpuzzle, tauschen Informationen aus und übernehmen Verantwortung für den gemeinsamen Arbeitsprozess. besprechen und diskutieren respektvoll Erarbeitungsergebnisse. nehmen religiöse und weltanschauliche Perspektiven ein. sprechen empathisch und sensibel in Bezug auf die Gesprächspartnerinnen und -partner über die Themen Tod und Trauer.

    • Ethik / Religion
    • Sekundarstufe I

    Friedhöfe im Wandel der Zeit erkunden

    Fachartikel

    Der Fachartikel für die Fächer Ethik und Religion der Klassen 9–10 vermittelt den Schülerinnen und Schülern den Wandel vom Umgang mit Tod und Trauer im Laufe der Jahrhunderte. Friedhofskultur wird als Spiegel gesellschaftlichen Wandels untersucht. Der Artikel zeigt historische Entwicklungen von Kirchhöfen zu modernen Begräbnisstätten, vergleicht religiöse Bestattungsrituale verschiedener Kulturen und stellt innovative Friedhofskonzepte als Orte der Begegnung und individuellen Erinnerung vor.

    • Ethik / Religion
    • Sekundarstufe I

    Auf Spurensuche durch die Stadt im Mittelalter

    Interaktives

    Die interaktive Übung für das Fach Geschichte der Klassen 5–7 ermöglicht Schülerinnen und Schülern einen anschaulichen und handlungsorientierten Zugang zum Leben in der mittelalterlichen Stadt. Mithilfe einer historischen Stadtkarte von Nürnberg erkunden sie typische Handwerkergassen, den Marktplatz sowie die Rolle von Zünften und Berufen. Interaktive Hotspots, Lückentexte und Zuordnungsaufgaben fördern das selbstständige Lernen und unterstützen das Verständnis von Stadtstruktur, Orientierung und sozialer Ordnung im Mittelalter. Die interaktive Anwendung besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten H5P-Übungen, die flexibel im Unterricht eingesetzt werden können. Die einzelnen Übungen greifen zentrale Aspekte des mittelalterlichen Stadtlebens auf. Im Mittelpunkt steht das Handwerk in der mittelalterlichen Stadt . Durch die Arbeit mit einer historischen Stadtkarte exemplarisch am Beispiel von Nürnberg lernen die Schülerinnen und Schüler, wie eng Berufsalltag, Stadtstruktur und Orientierung miteinander verbunden waren. Interaktive Hotspots ermöglichen es, einzelne Orte wie den Markt oder typische Handwerkergassen gezielt zu erschließen. Ergänzende Aufgabenformate sichern das Verständnis und fördern die aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten. Die Anwendung eignet sich besonders für heterogene Lerngruppen, da sie durch visuelle Unterstützung, klare Aufgabenstellungen und unmittelbares Feedback auch leistungsschwächeren Lernenden einen niedrigschwelligen Zugang ermöglicht. Darüber hinaus ist die Übung ideal für selbstständiges Arbeiten, Stationenlernen, Vertretungsstunden oder Hausaufgaben geeignet. Die automatische Auswertung der interaktiven Aufgaben unterstützt die Selbstkontrolle und stärkt eigenständiges Lernen. Die Aufgaben Aufgabe 1: Auf Grundlage eines Terra-X-Videos vertiefen die Lernenden ihr Wissen zu Stadtentwicklung, Zünften, Berufen und Orientierung in der mittelalterlichen Stadt. Wahr-Falsch-Aussagen dienen der Wiederholung zentraler Inhalte und können sowohl im Unterricht als auch als Hausaufgabe eingesetzt werden. Aufgabe 2: Anhand einer historischen Stadtkarte exemplarisch am Beispiel von Nürnberg erkunden die Schülerinnen und Schüler Orte des städtischen Lebens. Interaktive Hotspots erläutern die Bedeutung des Marktplatzes sowie typische Handwerkergassen (z. B. Schmidtgasse, Weissgerbergasse, Bindergasse). Die Lernenden erfahren exemplarisch, warum bestimmte Handwerke räumlich getrennt waren und wie Faktoren wie Brandgefahr, Geruchsbelastung oder Nähe zum Wasser die Stadtstruktur beeinflussten. Aufgabe 3: In einem interaktiven Lückentext sichern die Lernenden ihr Wissen aus der Anwendung 1 und 2 zu Handwerkergassen, Markt und Orientierung in der mittelalterlichen Stadt. Die Aufgabe greift zentrale Begriffe aus dem Video sowie aus der Hotspot-Anwendung auf. Aufgabe 4: Die Lernenden ordnen mittelalterliche Handwerksberufe ihren heutigen Entsprechungen zu. Dabei erkennen sie Kontinuitäten und Veränderungen von Berufen im historischen Vergleich. Die Anwendung fördert das Verständnis für historischen Wandel und schafft Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Aufgabe 5: Anwendung 5 nimmt die Rolle von Frauen und Männern im Handwerk in den Blick und vergleicht das Mittelalter mit der Gegenwart. Die Lernenden ordnen die Aussagen zu und erkennen. Dabei wird deutlich, wie sich Rollenbilder verändert haben. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern den Aufbau mittelalterlicher Städte anhand von Handwerkergassen. begründen, warum bestimmte Handwerke an bestimmten Orten der Stadt angesiedelt waren (z. B. Brandgefahr, Geruch, Nähe zum Wasser). ordnen Handwerker der Bürgerschicht innerhalb der mittelalterlichen Ständeordnung zu. erkennen soziale Unterschiede innerhalb des Handwerks (Meister, Gesellen, Lehrlinge). vergleichen ausgewählte mittelalterliche Handwerksberufe mit heutigen Berufen. vergleichen die mittelalterliche Rolle der Frau mit heutigen Strukturen. Methodenkompetenz entnehmen Informationen aus historischen Karten, erklärenden Texten und Videos. sichern ihr Wissen durch Lückentexte, Zuordnungsaufgaben sowie automatische Auswertungen. nutzen visuelle Darstellungen (z. B. Karten, Pyramidenmodelle) zur Strukturierung von Informationen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig mit digitalen Lernangeboten. nutzen digitale Rückmeldesysteme zur Selbstkontrolle. reflektieren ihren Lernstand anhand automatischer Auswertungen und passen ihre Lernstrategien eigenständig an. erweitern ihre Medienerfahrung durch den Umgang mit interaktiven Karten, Videos und digitalen Übungsformaten.

    • Geschichte
    • Sekundarstufe I
    Das Bild zeigt eine Gruppe junger Menschen, die im Kreis stehen und ihre Hände in der Mitte übereinander legen, aufgenommen aus der Perspektive von unten nach oben.

    Konflikte lösen und Verantwortung übernehmen

    Kopiervorlage

    Das Arbeitsblatt für das Fach Ethik der Klassen 7–8 vermittelt Schülerinnen und Schülern Methoden und Techniken, um Konflikte respektvoll und konstruktiv anzusprechen und gemeinsam passende Lösungsstrategien zu entwickeln. Anhand alltagsnaher Situationen üben die Lernenden, Verantwortung zu übernehmen, Perspektiven zu wechseln und gewaltfrei zu kommunizieren. Das Arbeitsblatt ist für den Ethikunterricht konzipiert und fördert Kompetenzen, die dem Lehrplan des Faches entsprechen, insbesondere im Bereich Umgang mit Konflikten, Verantwortung und vernunftgeleiteter Auseinandersetzung . Es geht schrittweise vor und baut zunächst mithilfe von Bildimpulsen ein Verständnis dafür auf, wo Konflikte in Arbeitsprozessen sowohl in der Schule als auch im späteren Berufsleben (hier am Beispiel des Gerüstbauer-Handwerks) entstehen können. In drei Übungen bearbeiten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Konfliktsituationen aus Schule und Arbeitswelt. Sie entwickeln Handlungsoptionen, üben Perspektivwechsel und formulieren Bedürfnisse und Wünsche in Ich-Botschaften. Dabei lernen sie, eigene Interessen engagiert, aber nicht aggressiv zu vertreten, Positionen zu begründen und zu konstruktiven Lösungen beizutragen. Mithilfe der Übungen setzen sich die Lernenden mit Ursachen von Konflikten auseinander, tauschen Wahrnehmungen aus und entwickeln gemeinsam Lösungsmodelle. Im Mittelpunkt stehen verantwortungsvolles Handeln, gewaltfreie Konfliktlösung und die Fähigkeit, Konflikte durch vernunftgeleitete Auseinandersetzungen nachhaltig zu klären. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler untersuchen typische Konfliktsituationen aus schulischen und beruflichen Kontexten und benennen Ursachen und Auswirkungen unterscheiden destruktive und konstruktive Formen der Konfliktbearbeitung entwickeln unterschiedliche Handlungsoptionen und reflektieren deren Wirkung Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden Gesprächs- und Reflexionsmethoden an (z.B. Perspektivwechsel, aktives Zuhören, Ich-Botschaften) entwickeln systematisch Lösungsansätze zu unterschiedlichen Problemschwerpunkten Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler versetzen sich in unterschiedliche Perspektiven und nehmen Sichtweisen anderer ernst üben aktives Zuhören und Gesprächsführung formulieren eigene Bedürfnisse und Kritik mithilfe von Ich-Botschaften respektvoll und lösungsorientiert üben konstruktive Bearbeitung von Konflikten in schulischem und beruflichem Kontext reflektieren die Wirkung von Sprache

    • Ethik / Religion
    • Sekundarstufe I

    Konjunkturpolitik interaktiv – Wirtschaft verstehen

    Interaktives

    Die interaktive Übung für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 12 vermittelt den Schülerinnen und Schülern komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge. Das Selbstlernangebot – bestehend aus interaktiven Grafiken, Karikaturanalyse und Lückentexten – macht Grundlagen wie konjunkturelle Schwankungen, Konjunkturzyklen oder Indikatoren wie Inflation und Kurzarbeit anhand von Beispielen aus dem Wirtschaftsbereich Handwerk greifbar und verständlich. Die interaktive h5p-Anwendung ist als " Interactive Book" konzipiert. Dies ermöglicht es, komplexe Inhalte durch eine Kombination aus interaktiven Grafiken, Übungen, Karikaturanalyse und Quizformaten zu erschließen. Besonders für den binnendifferenzierten Unterricht geeignet, unterstützt sie leistungsschwächere Gruppen durch visuelle und spielerische Elemente. Dabei hervorzuheben ist das Kapitel „Die Konjunkturbäckerei“, das die Karikatur aus Arbeitsblatt 1 der flankierenden Unterrichtseinheit Konjunktur und Konjunkturpolitik – Wirtschaft im Wandel am Beispiel des Handwerks digital aufbereitet. Durch Hotspots, die gezielt einzelne Bildelemente erklären, eignet sich dieser Teil für Lernende oder Gruppen mit geringer Erfahrung im Umgang mit komplexeren Darstellungsformen. Die digitale Umsetzung ermöglicht damit eine Binnendifferenzierung und erleichtert den Zugang zur Analyse. Darüber hinaus eignet sich die interaktive Anwendung ideal für Homeschooling, Hybridunterricht oder als Hausaufgabe, da Lernende die Inhalte eigenständig und im eigenen Tempo bearbeiten können. Durch die automatische Auswertung der interaktiven Übungen erhalten die Lernenden zudem unmittelbares Feedback, was selbstständiges Lernen gezielt stärkt. Die Kapitel Kapitel 1: Einführung: Die Lernenden erhalten einen Einstieg in das Thema „Konjunktur und Handwerk“. Das Kapitel erläutert den thematischen Rahmen. Kapitel 2: Konjunkturzyklus im Handwerk: Anwendung 1: Image Hotspot : Mithilfe einer interaktiven Grafik erkunden die Lernenden die vier Phasen des Konjunkturzyklus. Durch das Anklicken der Hotspots erhalten sie verständliche Erläuterungen zu Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression) – jeweils mit konkretem Bezug zum Handwerk. Anwendung 2: Matching-Übung : In einem Memory-Spiel ordnen die Lernenden zentrale Fachbegriffe ihren Definitionen zu. Die Aufgabe festigt wirtschaftliche Grundbegriffe. Kapitel 3: "Die Konjunkturbäckerei" – Karikaturanalyse: Die Karikatur wird durch interaktive Hotspots erschlossen. Die Lernenden klicken einzelne Bildelemente an und erhalten Erklärungen zu Problemlagen, die das Handwerk u. a. betrifft (z. B. Energiekosten, Fachkräftemangel, Inflation). Dieses Kapitel eignet sich besonders zur Binnendifferenzierung für leistungs­schwächere Lernende, da es die Karikaturanalyse aus Arbeitsblatt 1 digital unterstützt und das Verständnis erleichtert. Kapitel 4: Inflation und Konjunktur: Anwendung 1: Erklärvideo: Ein Explainity-Video führt auf anschauliche Weise in das Thema Inflation ein und erläutert Ursachen, Abläufe und Folgen. Anwendung 2: Lückentext: Die Lernenden ergänzen zentrale Begriffe in einem Drag-and-Drop-Lückentext. Dabei wiederholen sie die Zusammenhänge zwischen Inflation, Kostenentwicklung, Nachfrage und wirtschaftlicher Stabilität. Kapitel 5: Kurzarbeit im Konjunkturzyklus: Ein Fill-in-the-Blanks-Text thematisiert, wie Kurzarbeit als konjunkturpolitisches Instrument funktioniert. Die Lernenden erschließen Vorteile und Nachteile sowie den Einsatz in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Kapitel 6: Zusammenfassung & Reflexion: Ein abschließender Fragenblock wiederholt und überprüft das erworbene Wissen. Die Lernenden wählen richtige Antworten zu Konjunkturzyklen, Handwerksbezug, konjunkturpolitischen Maßnahmen oder wirtschaftspolitischen Zielen. Das Kapitel eignet sich zur Wissensüberprüfung und Selbstkontrolle. Kapitel 7: Auswertung: Das systemgenerierte Auswertungskapitel fasst die Ergebnisse aller Aufgaben zusammen und zeigt den individuellen Lernfortschritt an. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären die vier Phasen des Konjunkturzyklus (Expansion, Boom, Rezession und Depression) und deren Auswirkungen auf Handwerksbetriebe. beschreiben wirtschaftliche Zusammenhänge wie Energiekosten, Fachkräftemangel und Inflation und deren Folgen für Betriebe und Verbraucherinnen und Verbraucher. analysieren staatliche Maßnahmen der Konjunkturpolitik (z. B. Investitionsprogramme, Kurzarbeit) und deren Ziele. ordnen Fachbegriffe wie "Fiskalpolitik", "Inflation" den richtigen Definitionen und Beispielen zu. übertragen wirtschaftliche Theorien auf Praxisbeispiele aus dem Handwerk (z. B. Bäckerei, Handwerksbetriebe allgemein). erkennen ökonomische Wechselwirkungen (z. B. Nachfrage, Preisentwicklung, Beschäftigung). deuten wirtschaftsbezogene Darstellungen wie Karikaturen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen strukturierende Methoden zur Informationsentnahme aus Grafiken, Videos und Texten. erschließen komplexe Darstellungen durch schrittweise Analyse einzelner Elemente (z. B. Hotspots in Grafiken oder Karikaturen). strukturieren Informationen, indem sie Lückentexte ergänzen und Begriffe den passenden Kontexten zuordnen. überprüfen ihr Wissen durch Quizfragen und automatische Auswertungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig mit einem digitalen Lernangebot. nutzen digitale Rückmeldesysteme zur Selbstkontrolle. reflektieren ihren Lernstand anhand automatischer Auswertungen und passen ihre Lernstrategien eigenständig an.

    • Politik / Wirtschaft
    • Sekundarstufe II

    Vertrauen, Verantwortung und Teamfähigkeit

    Unterrichtseinheit

    Die Unterrichtseinheit für das Fach Ethik der Klassen 5–6 vermittelt zentrale soziale Kompetenzen wie Verantwortung, Kooperation und Verlässlichkeit. Mit Geschichten, praktischen Übungen und gemeinsamen Aufgaben lernen die Schülerinnen und Schüler, was Gemeinschaft stärkt, reflektieren Konsequenzen ihres Handelns und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Anhand der Metapher des Gerüstbaus erfahren sie, wie Vertrauen entsteht und wie jeder Beitrag zählt, damit eine Gruppe tragfähig bleibt. Die Unterrichtseinheit eröffnet den Schülerinnen und Schülern einen strukturierten Zugang zu den sozialen Grundlagen gelingender Zusammenarbeit und macht erfahrbar, wie Vertrauen und Verantwortung Teamprozesse tragen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie Vertrauen entsteht, warum Verantwortung wichtig ist und wie beides dazu beiträgt, dass eine Gruppe auch bei Herausforderungen stabilen Zusammenhalt erlebt – ähnlich wie ein Gerüst, das nur hält, wenn alle Teile sicher miteinander verbunden sind. Die Metapher des Gerüstbaus bietet einen anschaulichen, lebensnahen Zugang, der fachliche Bezüge zum Gerüstbauer-Handwerk herstellt, ohne die Schülerinnen und Schüler zu überfordern. Die Einheit ist handlungsorientiert aufgebaut und verbindet erzählende, kooperative und reflexive Elemente. Die Lernenden arbeiten mit Geschichten, führen praktische Übungen durch und gestalten gemeinsam Produkte, die ihre eigenen Beiträge zum Zusammenhalt sichtbar machen. In Arbeitsblatt 1 erfahren die Lernenden zunächst, was Vertrauen bedeutet und warum es die Grundlage jedes gelingenden Miteinanders ist. In Arbeitsblatt 2 setzen sie sich anschließend mit Verantwortung auseinander und erleben in einer Challenge, wie jedes Gruppenmitglied verlässlich zum gemeinsamen Erfolg beiträgt. Arbeitsblatt 3 verknüpft schließlich beide Begriffe und ermöglicht den Lernenden, ein gemeinsames „Klassen-Gerüst“ zu gestalten, das als Symbol für eine starke Gemeinschaft dient. Durch die wiederkehrende Gerüst-Metapher, die abschließenden Reflexionsphasen und den Transfer zum echten Handwerk wird deutlich, wie Vertrauen und Verantwortung in Schule, Alltag und Beruf zusammenwirken. Die Einheit fördert soziale Kompetenzen, stärkt Teamfähigkeit und unterstützt die Entwicklung eines positiven Klassenklimas. Die Unterrichtseinheit greift grundlegende soziale Kompetenzen auf, die für das Lernen und Zusammenleben in der Schule zentral sind. Vertrauen und Verantwortung bilden nicht nur die Basis erfolgreicher Kooperation im schulischen Alltag, sondern sind auch Schlüsselqualifikationen im späteren Berufsleben. Der Bezug zum Gerüstbauer-Handwerk ermöglicht es, abstrakte Werte anschaulich zu vermitteln und zeigt gleichzeitig, wie wichtig zuverlässiges Teamwork in realen Arbeitsprozessen ist. Die Lernenden bringen erste Erfahrungen mit Zusammenarbeit, Freundschaft und Verlässlichkeit aus ihrem Alltag mit. Gleichzeitig sind Begriffe wie "Vertrauen" oder "Verantwortung" oft unscharf besetzt und werden im kindlichen Sprachgebrauch uneinheitlich verwendet. Ziel der Einheit ist daher, eine präzise und erfahrungsbezogene Begriffsbildung, die durch anschauliche Situationen und konkrete Handlungsaufgaben unterstützt wird. Die Gerüstbau-Metapher fungiert als strukturgebendes didaktisches Prinzip. Sie ermöglicht es den Lernenden, abstrakte soziale Prozesse anhand eines einprägsamen Bildes zu verstehen: Ein Gerüst steht nur dann sicher, wenn alle Teile zuverlässig miteinander verbunden sind – ebenso wie ein Team nur durch Vertrauen, Verantwortung und Gewissenhaftigkeit stabil bleibt. Die Verbindung zum Gerüstbauer-Handwerk bietet nicht nur einen lebensnahen Bezug, sondern macht deutlich, wie diese Werte in einem realen Berufsfeld angewendet werden. Die Einheit folgt einem klaren didaktischen Aufbau mit sukzessiver Steigerung: Arbeitsblatt 1 setzt auf eine narrative Rahmung, die den Lernenden eine identifikationsfähige Situation bietet. Die Geschichte führt nachvollziehbar vor Augen, wie fehlende Absprache ein gemeinsames Ziel scheitern lässt und wie durch Kooperation Vertrauen wachsen kann. Die methodische Entscheidung für eine Geschichte basiert auf dem Prinzip der niedrigschwelligen Problemöffnung, die bereits in der Eingangssituation ein implizites Problem (wackelndes Gerüst) sichtbar macht. Eine anschließende praktische Übung ("Vertrauensübung mit verbundenen Augen") ermöglicht learning by doing: Die Lernenden spüren körperlich, wie es ist, auf andere angewiesen zu sein. Die Reflexionsphase stellt die Brücke zwischen subjektiver Erfahrung und Übertrag auf den Gerüstbau bzw. Alltag her. Damit wird Vertrauen nicht nur erklärt, sondern erlebt, reflektiert und sprachlich gefasst. Arbeitsblatt 2 erweitert das Lernfeld, indem die Lernenden den Begriff Verantwortung konkretisieren und auf ihre eigenen Alltagssituationen beziehen. Durch das Plakat/Poster "Verantwortung heißt für uns …" wird ein erster Schritt zur Begriffsbildung durch Strukturierung vollzogen. Die anschließende Gerüstbau-Challenge hat eine klar handlungsorientierte Funktion: Die Lernenden erleben Verantwortungsübernahme in klar definierten Rollen. Der Bezug zur Gerüstbau-Kolonne macht deutlich, dass erfolgreiche Arbeitsteilung Gewissenhaftigkeit und Absprache erfordert. Die Methode fördert die Fähigkeit zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, da die Lernenden ihre Rolle nicht nur ausführen, sondern anschließend reflektieren. Die Reflexionsaufträge sind so gestaltet, dass die Lernenden ihre Beobachtungen aus der Challenge auf die Leitfrage des Arbeitsblattes sowie auf ihre alltäglichen Teamsituationen rückbinden. Arbeitsblatt 3 führt die beiden bisherigen Schwerpunkte zusammen und fokussiert die Leitidee des Teamworks. Der Autorentext liefert Hintergrundwissen zur Teamarbeit im Gerüstbau und stellt damit eine konzeptionelle Verknüpfung der vorherigen Lerninhalte her. Die kreative Gestaltungsaufgabe ("Klassengerüst") erfüllt mehrere didaktische Funktionen: Lernende reflektieren ihren eigenen Beitrag zur Gemeinschaft (Selbstwirksamkeit). Sie erleben durch das Zusammenfügen der Gerüstteile, wie viele individuelle Beiträge ein gemeinsames Ganzes ergeben (symbolische Verdichtung). Die entstandene Collage dient als sichtbares Produkt der Einheit und ermöglicht nachhaltige Erinnerung. Die abschließende Auswertung verknüpft alle drei Begriffe in einer integrativen Diskussion, die darauf abzielt, Transferleistungen zu erbringen: "Wie schaffen wir es, dass unser Gerüst stark bleibt?" Für die Vorbereitung empfiehlt es sich, Materialien zu den an die Gerüstbau-Metapher anknüpfenden Bastelarbeiten (Gerüstbau-Challenge und Collagieren des Klassengerüstes) bereitzulegen sowie ausreichend Zeit für Reflexionsgespräche einzuplanen. Ein strukturierter Ablauf und klare Aufgabenverteilung tragen wesentlich zum Gelingen der kooperativen Arbeitsphasen bei. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären die Begriffe Vertrauen, Verantwortung und Teamwork in eigenen Worten und setzen sie zueinander in Beziehung. erkennen anhand der Gerüst-Metapher, wie soziale Prozesse das Gelingen gemeinsamer Aufgaben beeinflussen. erschließen sich mithilfe konkreter Beispiele aus ihrem schulischen und individuellen Alltag Erkenntnisse über die Funktion von Vertrauen und Verantwortung. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen bereitgestellte Medien (Schaubilder und Texte) zur Informationsgewinnung und zur Unterstützung ihrer Gruppenaufgaben. reflektieren mithilfe visueller Darstellungen (Gerüstbauer-Rollen-Schaubild, Klassen-Gerüst) ihr eigenes Handeln und das Zusammenarbeiten in der Gruppe. gestalten einfache Produkte (Plakat, Collage) zur Darstellung gemeinsamer Ergebnisse und kommunizieren diese verständlich gegenüber der Klasse. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler übernehmen in Gruppenarbeit unterschiedliche Rollen und verstehen, wie individuelle Beiträge zum gemeinsamen Erfolg beitragen. üben Empathie und Rücksichtnahme, indem sie anderen zuhören, Vertrauen aufbauen und Herausforderungen gemeinsam meistern.

    • Ethik / Religion
    • Sekundarstufe I

    Teilhabe und Empathie im Unterricht fördern

    Fachartikel

    Der Fachartikel zeigt Lehrkräften aller Schulstufen, wie die Themen Hören und Hörbeeinträchtigung im Unterricht genutzt werden kann, um Inklusion, Teilhabe und Empathie zu fördern. Mit Bezug zum Hörakustiker-Handwerk werden Unterrichtsideen vorgestellt – von Hörratespielen für die Grundschule bis zu Projekten zur Physik des Hörens in der Sekundarstufe. Das menschliche Gehör ist ständig im Einsatz und spielt eine zentrale Rolle für Kommunikation, Lernen und Teilhabe. Gerade Schülerinnen und Schüler sind tagtäglich zahlreichen Umweltgeräuschen und Lärm ausgesetzt, die das Gehör beanspruchen. Deshalb ist das Thema Hören in vielen schulischen Situationen präsent – sei es beim genauen Zuhören, beim Verstehen oder bei Störgeräuschen im Unterricht. Dieser Fachartikel beschäftigt sich daher mit dem Hörsinn im schulischen Kontext. Dabei werden besondere Eigenschaften des Gehörs, die Einzigartigkeit jedes Ohrs sowie wichtige Aspekte wie Hörhygiene und Inklusion betrachtet. Außerdem zeigt der Artikel auf, wie Teilhabe für hörbeeinträchtigte Schülerinnen und Schüler gefördert werden kann. Zur Vertiefung und für die Unterrichtsgestaltung eignet sich das Lernfeld des Hörakustiker-Handwerks, das praxistaugliche Anregungen bietet, um das Thema mit den Lernenden altersgerecht zu erarbeiten.

    • Ethik / Religion
    Gesichtshälften einer jungen und einer älteren Frau nebeneinander – Symbol für verschiedene Generationen

    Demografie im Wandel – Zukunft des Sozialstaates

    Kopiervorlage

    Die Arbeitsblätter für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 11 führen in den Themenkomplex Generationengerechtigkeit ein und setzen dabei einen Schwerpunkt auf den demografischen Wandel. Dieser wird im Zusammenhang mit dem Solidaritätsprinzip des Sozialstaats problemorientiert behandelt, wobei die Schülerinnen und Schüler sich mit möglichen Reformideen auseinandersetzen. Generationengerechtigkeit ist ein zentrales Thema in Politik und Gesellschaft. Der demografische Wandel verändert das Zusammenleben und stellt das Solidaritätsprinzip des Sozialstaats auf die Probe. Immer mehr Menschen gehen in Rente, während weniger jüngere Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Daraus ergeben sich Fragen nach fairer Lastenverteilung, sozialer Sicherung und gemeinsamen Zukunftsaussichten für alle Generationen. Die beiden Arbeitsblätter greifen diese Herausforderungen problemorientiert am Beispiel des Handwerks auf und fördern die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Dimensionen von Generationengerechtigkeit. Arbeitsblatt 1 führt in das Thema ein: Mithilfe eines Erklärvideos und einer interaktiven Bevölkerungspyramide analysieren die Schülerinnen und Schüler die Folgen des demografischen Wandels und lernen verschiedene Aspekte von Generationengerechtigkeit kennen. Das Solidaritätsprinzip sowie die Rolle des Handwerks werden exemplarisch aufgezeigt. Die Aufgaben leiten von der Beschreibung über die Analyse bis hin zur Diskussion gemeinsamer Verantwortung aller Generationen. Arbeitsblatt 2 vertieft die Fragestellung: Im Fokus stehen politische und gesellschaftliche Reformideen, um die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest zu machen. Ein Beispiel bildet die Debatte um eine "Sozialabgabenbremse", wie sie der Zentralverband des Deutschen Handwerks vorgeschlagen hat. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Chancen und Risiken solcher Vorschläge auseinander und entwickeln in Gruppen eigene Reformideen, die in einer Abschlussdiskussion reflektiert werden. Die Materialien verbinden lebensnahe Problemstellungen mit fachspezifischen Begriffen wie Sozialstaat, soziale Sicherung, Solidaritätsprinzip oder Arbeitswelt im Wandel. So fördern die Materialien nicht nur fachliches Wissen, sondern auch methodische Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, selbstständige Urteilsbildung und Anwendung in praktischen Kontexten. Ausgangspunkt ist das Prinzip der Problemorientierung: Anhand aktueller Entwicklungen wie dem demografischen Wandel oder den Veränderungen in der Arbeitswelt – exemplarisch verdeutlicht am Handwerk als Berufsstand – wird eine offene Fragestellung aufgeworfen, die die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Einheit durch Analyse, Diskussion und eigene Lösungsansätze bearbeiten. Das Handwerk fungiert hierbei als Impulsgeber : Es liefert konkrete Anknüpfungspunkte, etwa durch seine Beiträge zur Ausbildung, zur Stabilität der Sozialkassen oder zur Gestaltung nachhaltiger Lebens- und Arbeitsbedingungen. Dadurch wird exemplarisch sichtbar, wie gesellschaftliche Probleme praktisch bearbeitet werden können.

    • Politik / Wirtschaft
    • Sekundarstufe II
    Eine Gruppe von Oberstufenschülern sitzt in einem Klassenraum und diskutiert.

    Argumentieren im gesellschaftlichen Diskurs

    Unterrichtseinheit

    Die Unterrichtseinheit für das Fach Deutsch der Klassenstufen 11–13 unterstützt Schülerinnen und Schüler, die Methodik der Argumentation systematisch zu üben und zu vertiefen. Anhand des gesellschaftlich relevanten Themas Bildungswende lernen die Schülerinnen und Schüler Argumenttypen kennen, strukturieren diese nach dem Sanduhr-Prinzip und verfassen eine eigene Stellungnahme. Die Unterrichtseinheit leitet durch die Methodik des Argumentierens, von der Bezeichnung einzelner Argumente hin zum Verfassen einer Stellungnahme und greift dabei nach und nach unterschiedliche Aspekte der Bildungswende und den damit zusammenhängenden Fachkräftemangel auf. Zu Beginn werden mit dem ersten Arbeitsblatt die wichtigsten Argumentationstypen anhand von Definitionen und Beispielen aus dem Themenbereich Bildungsstättenförderung erlernt oder wiederholt. Dieses Wissen wird anschließend mithilfe des Sanduhrprinzips angewendet. Pro- und Kontraargumente zur Fragestellung, ob berufliche und akademische Bildung als gleichwertig angesehen werden sollte, sollen zuerst recherchiert und danach sinnvoll gegliedert werden. In einem nächsten Schritt wird mit dem zweiten Arbeitsblatt die Argumentation eines bestehenden Textes nachvollzogen. Hier wird bereits die sowohl gesellschaftliche als auch persönliche Relevanz des Themas Bildungswende ersichtlich. Anschließend sollen die Schülerinnen und Schüler zu einzelnen Aussagen aus diesem Text Stellung nehmen. Im dritten Teil der Unterrichtseinheit wird die gesellschaftliche und persönliche Dimension der Bildungswende noch einmal in einer Recherche vertieft, um anschließend mithilfe der digitalen Argumentationswippe die erarbeiteten Argumente zu sortieren und zu gewichten. Abschließend wird eine eigene reflektierte Stellungnahme verfasst. Dabei helfen den Lernenden sowohl das Wissen aus der Unterrichtseinheit als auch eine zur Verfügung gestellte Checkliste. Die Bildungswende bildet den thematischen Rahmen für die gesamte Unterrichtseinheit. Einerseits knüpft die Unterrichtseinheit so direkt an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler an, die bald selbst vor der Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium stehen und durch dieses Material dafür relevante Informationen recherchieren, bewerten und abwägen. Andererseits erlaubt das Material einen weiteren gesellschaftlichen Blick auf das Thema und ermöglicht die Auseinandersetzung mit Fragen der Chancengerechtigkeit , Fachkräftesicherung und Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Motiviert durch diese Themen schulen die Schülerinnen und Schüler stufenweise ihre Argumentationskompetenz und damit einen zentralen Kompetenzbereich des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe II. Der Aufbau These-Argument-Beispiel/Beleg ist seit der Sekundarstufe I bekannt und wird nun durch die systematische Verknüpfung und Vertiefung von Sach- und Anwendungswissen, Analyse- und schriftlicher produktiver Argumentationskompetenz (ggf. mündlicher Diskurskompetenz) als vertiefende Methode in eine gesellschaftlich-politische Handlungskompetenz überführt. Als Lehrkraft sollte vor dieser Unterrichtseinheit geklärt werden, mit welchen technischen Geräten die Schülerinnen und Schüler auf die Rechercheseiten zugreifen können. Optimalerweise nutzen die Schülerinnen und Schüler Tablets, mit denen sie dann direkt die QR-Codes scannen können. Ebenfalls sollte man sich als Lehrkraft mit der Webseite der Argumentationswippe vertraut machen, die die Schülerinnen und Schüler digital nutzen sollen, um mögliche Fragen beantworten zu können. Die Unterrichtseinheit bietet neben Phasen im Plenum auch immer wieder die Möglichkeit, sich in Einzelarbeit intensiv oder in Paararbeit kooperativ mit Themen und Fragestellungen auseinanderzusetzen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten unterschiedliche Gesichtspunkte des Themas Bildungswende und ordnen diese in gesellschaftliche, bildungspolitische und persönliche Kontexte ein. unterscheiden zwischen unterschiedlichen Argumenttypen. bewerten unterschiedliche Argumente zum Thema. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden Strategien der Textanalyse und Erschließung des Argumentationsaufbaus an. nutzen Methoden wie das Sanduhrprinzip, um Argumente sinnvoll zu sortieren. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren mithilfe von QR-Codes auf seriösen Webseiten. prüfen Informationen auf Zuverlässigkeit und Intention im Sinne der Aufgabenstellung. nutzen digitale Tools (Argumentationswippe) zur Strukturierung, Speicherung und Präsentation von erarbeiteten Informationen. diskutieren ggf. wie Digitalisierung unterschiedliche Bildungswege beeinflusst und welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sich gegenseitig unterstützend in Paar- oder Gruppenarbeiten. diskutieren respektvoll unterschiedliche Argumente, hören einander zu und beziehen sich aufeinander. reflektieren ihre eigenen Bildungswege im gesellschaftlichen Kontext.

    • Deutsch
    • Sekundarstufe II

    Konjunkturzyklus und Konjunkturpolitik

    Unterrichtseinheit

    Die Unterrichtseinheit für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 12 vermittelt Wissen über die Zusammenhänge und Grundlagen von Konjunktur und Konjunkturpolitik – von den Phasen des Konjunkturzyklus über wirtschaftliche Einflussfaktoren bis hin zu politischen Steuerungsinstrumenten. An Fallbeispielen aus dem Handwerk erkennen die Lernenden, wie konjunkturelle Entwicklungen Betriebe, Arbeitnehmende und Verbrauchende betreffen und welche Rolle die Konjunkturpolitik für die Stabilisierung der Gesamtwirtschaft spielt. Konjunkturelle Schwankungen gehören zum natürlichen Verlauf wirtschaftlicher Entwicklung. Doch was genau versteht man unter Konjunktur, welche Indikatoren zeigen sie an, und wie wirkt sich wirtschaftspolitisches Handeln auf konjunkturelle Veränderungen aus? Besonders kleine und mittlere Betriebe, wie viele Unternehmen im Handwerk, spüren konjunkturelle Auf- und Abwärtsbewegungen sowie ihre Folgen sehr unmittelbar, agieren sie doch besonders eng am Verbraucher und Auftraggeber. Gerade deshalb ist das Handwerk ein geeigneter Zugang, um abstrakte wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. In der Unterrichtseinheit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Grundlagen der Konjunktur: Mithilfe einer Karikatur nähern sie sich dem Thema, lernen zentrale Indikatoren zur Messung konjunktureller Entwicklung kennen und setzen sich mit den Phasen des Konjunkturzyklus auseinander. Anschließend wenden die Schülerinnen und Schüler ihr erworbenes Wissen gezielt auf verschiedene Fallbeispiele aus dem Handwerk an. Sie untersuchen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen konjunktureller Schwankungen auf verschiedene Handwerksbereiche. Dabei analysieren die Lernenden unter anderem am Beispiel des Kfz- und Karosseriebauerhandwerks insbesondere die Folgen der Covid-19-Pandemie und globaler Lieferkettenstörungen, diskutieren kurzfristige Nachholeffekte und ordnen die Beobachtungen in den Konjunkturzyklus ein. Darüber hinaus werten sie einen aktuellen Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) aus. Abschließend vertiefen die Lernenden ihr Verständnis für die Rolle der Konjunkturpolitik, indem sie deren Ziele und Instrumente – insbesondere die Fiskal- und Geldpolitik – untersuchen. Sie reflektieren die Bedeutung dieser Steuerungsmaßnahmen für das Handwerk, indem sie konjunkturpolitische Forderungen aus dem Handwerksbereich einordnen, und deren erwartete Wirksamkeit kritisch diskutieren. Das vorliegende Unterrichtsmaterial eignet sich für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe im Fach Politik beziehungsweise Sozialwissenschaften oder Wirtschaft und kann im Rahmen der Themenfelder "Konjunkturanalyse und Konjunkturpolitik – Herausforderungen prozessorientierter Wirtschaftspolitik" (zum Beispiel in Hessen), "Konjunktur- und Wachstumspolitik" (zum Beispiel Berlin) oder "Konjunktur- und Wachstumsschwankungen" (zum Beispiel NRW) verwendet werden. Es vermittelt grundlegende wirtschaftspolitische Kenntnisse zur konjunkturellen Entwicklung, zu politischen Steuerungsinstrumenten sowie zur Rolle von Interessenvertretungen am Beispiel des Handwerks. Die Einheit verbindet theoretisches Wissen mit aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und ermöglicht einen praxisnahen Zugang zu einem zentralen Feld der Wirtschaftspolitik. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie Konjunkturzyklen entstehen, wie sie sich auswirken, welche wirtschaftspolitischen Instrumente und Maßnahmen zur Stabilisierung und Absicherung eingesetzt werden können und welche Interessenlagen dabei eine Rolle spielen. Anhand von Fallbeispielen aus dem Kfz‑ und Karosseriebauerhandwerk, dem Bäckerhandwerk sowie der Baubranche wird verdeutlicht, wie einzelne Wirtschaftsbereiche und Gewerke von konjunkturellen Schwankungen betroffen sind. Der Einbezug wirtschaftspolitischer Positionen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) fördert die Auseinandersetzung mit realen Forderungen und Argumentationsmustern – und schafft so die Verbindung zwischen Theorie, Anwendung und gesellschaftlicher Relevanz. Die Einheit ist kompetenzorientiert aufgebaut und fördert sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler erläutern den Konjunkturzyklus, benennen wirtschaftspolitische Ziele und analysieren die Wirkung staatlicher Eingriffe auf die wirtschaftliche Entwicklung. Darüber hinaus setzen sie sich mit Positionen des Handwerks auseinander, interpretieren politische Positionen und bewerten diese auf der Grundlage ökonomischer Zielvorstellungen. Dabei werden auch Medien- und Sozialkompetenzen geschult, etwa durch Quellenanalyse, strukturierte Informationsverarbeitung und kooperative Arbeitsformen wie Paararbeit und Diskussion. Die Unterrichtseinheit gliedert sich in drei Arbeitsblätter – die aufeinander aufbauend oder einzeln eingesetzt werden können. Das erste Arbeitsblatt führt in das Thema Konjunktur ein und behandelt zentrale Indikatoren sowie den idealtypischen Verlauf des Konjunkturzyklus. Das zweite Arbeitsblatt überträgt dieses Wissen auf Fallbeispiele aus dem Handwerk und macht wirtschaftliche Zusammenhänge anhand realer Kriseneffekte greifbar. Die Schülerinnen und Schüler analysieren konjunkturelle Entwicklungen, ordnen sie ein und arbeiten mit einem Konjunkturbericht des ZDH. Das dritte Arbeitsblatt thematisiert die Ziele, Instrumente und Wirkungsweise der Konjunkturpolitik und lässt die Lernenden abschließend wirtschaftspolitische Forderungen des Handwerks im Kontext aktueller Konjunkturfragen analysieren und bewerten. Die Einheit eignet sich sowohl für den Einsatz im Grund- als auch im Leistungskurs. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern den Konjunkturverlauf und das Modell des Konjunkturzyklus. erklären wirtschaftliche Veränderungen in Betrieben im Zusammenhang mit konjunkturellen Schwankungen. erläutern, welche gesellschaftlichen Folgen Rezessionen für Beschäftigte, Kundinnen und Kunden sowie Betriebe haben können. analysieren Effekte wie Preissteigerungen, Terminverschiebungen und Güterknappheit beispielhaft in drei Handwerksbereichen. erkennen, dass konjunkturpolitische Maßnahmen Auswirkungen auf Wirtschaftssektoren haben und wie diese Maßnahmen die Wirtschaft beeinflussen. erörtern Positionen zu staatlichen Eingriffen in marktwirtschaftliche Systeme. ordnen reale Forderungen aus verschiedenen Handwerksbereichen konjunkturpolitischen Forderungen zu. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler identifizieren relevante Quellen. arbeiten mit Primärquellen und analysieren diese. fassen Informationen zusammen, organisieren sie und bewahren sie strukturiert auf. interagieren auf Basis der Informationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler geben Sach- und Werturteile ab. debattieren.

    • Politik / Wirtschaft
    • Sekundarstufe II

    Handwerk und Zünfte im Mittelalter

    Kopiervorlage

    Das Arbeitsblatt für das Fach Geschichte der Klassen 5–6 verschafft Schülerinnen und Schülern einen Überblick über die Rolle des Handwerks in der mittelalterlichen Stadt. Sie lernen spielerisch den Begriff und die Bedeutung einer Zunft kennen und vergleichen das Handwerk im Mittelalter mit dem Handwerk in der Gegenwart. Ein Erklärfilm, altersgerechte Aufgaben und Hörtexte sorgen für einen verständlichen und motivierenden Zugang zum Thema. Das Arbeitsmaterial ist für 2 bis 4 Unterrichtsstunden vorgesehen. Es lässt sich flexibel einsetzen: Die Aufgaben 1 und 2 eignen sich gut für eine Doppelstunde, während die weiteren Aufgaben – je nach verfügbarer Zeit und inhaltlichem Schwerpunkt – in den folgenden Stunden behandelt werden können. Besonders geeignet ist das Material für den Geschichtsunterricht in der 5. oder 6. Jahrgangsstufe. In diesen Klassenstufen gehört das Thema "Leben und Arbeiten im Mittelalter" – einschließlich der Themengebiete Stadtleben, Gesellschaft und Kultur – zu den Lehrplaninhalten. So sieht der sächsische Lehrplan für Klasse 6 beispielsweise vor, dass die Schülerinnen und Schüler "dauerhafte Strukturen mittelalterlichen Lebens" kennenlernen. Ein besonderer Schwerpunkt des vorliegenden Materials liegt dabei auf der Rolle verschiedener Personengruppen im Mittelalter, insbesondere auf der Rolle und Bedeutung der Handwerker . Mithilfe dieses Arbeitsmaterials nähern sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema Handwerk im Mittelalter an, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle der Zünfte gelegt wird. Das Material ist spielerisch und motivierend aufgebaut, wodurch es an die Zielgruppe der 5. und 6. Klasse angepasst ist. Zu Beginn sehen die Lernenden ein informatives Video über das Leben und die Stadt im Mittelalter. Je nach Zeit und Bedarf kann das gesamte Video oder nur ausgewählte Ausschnitte gezeigt werden, entweder im Plenum oder als Einzelarbeit. Im Anschluss füllen die Schülerinnen und Schüler einen Lückentext aus, um zentrale Inhalte zu sichern: Welche Bedeutung hatte das Handwerk im Mittelalter? Was waren Zünfte, welche Aufgaben hatten sie und was steckt hinter Begriffen wie Zunftordnung, Zunftmeister und Zunftzwang? Anschließend lesen die Lernenden Textausschnitte, die das Handwerk damals mit heute vergleichen. Im Fokus stehen die Voraussetzungen für eine Ausbildung im Handwerk, Hürden, die es im Mittelalter gab und die heute weggefallen sind, sowie weitere Veränderungen. Der Text ist auch als Audio-Datei verfügbar, sodass die Lernenden den Text beim Lesen hören oder er gemeinsam im Plenum angehört werden kann. Dies erleichtert den Zugang auch für Schülerinnen und Schüler mit geringerer Lesekompetenz. Darauf aufbauend beschäftigen sich die Lernenden mit Berufen des Mittelalters, die es heute nicht mehr oder nur noch in veränderter Form gibt. Sie erschließen über den Namen der Berufe, welche Tätigkeiten und Produkte sich dahinter verbergen könnten. Im nächsten Schritt schlagen sie eine Brücke zur Gegenwart, indem sie Berufsbilder im modernen Handwerk entdecken, die es damals noch nicht gab und begründen ihre Einschätzung. Eine besondere Aufgabe besteht darin, einen Kartenausschnitt der Nürnberger Altstadt zu betrachten und gezielt nach Straßen und Gassen mit handwerklichem Bezug zu suchen. Dabei sollen die Lernenden nicht nur erkennen, welche Gewerke sich wo befanden, sondern auch die räumliche Lage bewerten: als störend wahrgenommene Gewerbe wie Gerber (aufgrund der Geruchsentwicklung) lagen meist an den Rändern der Stadt, besonders angesehene und handelsorientierte Gewerke wie Goldschmiede oder Bäcker standen bevorzugt nahe dem Marktplatz oder an Hauptstraßen. Beispiele für Gassen mit handwerklicher Bedeutung sind die Schmiedgasse, Schustergasse, Bindergasse (Fassbinder/Böttcher), Tuchgasse (Tuchmacher), Ledergasse (Gerber, Kürschner), Beckschlagergasse (Kesselschmied), Rotschmiedgasse, Mühlgasse und weitere. Anschließend verfassen die Lernenden eine fiktive persönliche Reisegeschichte durch das mittelalterliche Nürnberg. Dabei überlegen sie, wen sie getroffen hätten, welche Waren oder Dienstleistungen hergestellt oder angeboten wurden und wie es in der Stadt aussah. Auf diese Weise wenden sie ihr erworbenes Wissen kreativ und kontextbezogen an und lernen gleichzeitig den sozialen und räumlichen Zusammenhang des mittelalterlichen Handwerks kennen. Zur Abrundung des Themas führen die Schülerinnen und Schüler als Hausaufgabe ein Interview mit Eltern oder Großeltern über deren Berufe und recherchieren in ihrer Umgebung nach Straßen mit historischen oder handwerklichen Bezügen. Optional kann das im Arbeitsmaterial verlinkte Lernspiel " Stadt im Mittelalter " eingesetzt werden, entweder in einer weiteren Unterrichtsstunde oder als Zusatzaufgabe für schnellere Lernende oder als freiwilliger Impuls für zu Hause. Während der gesamten Einheit legen die Lernenden zudem ein Glossar mit wichtigen Begriffen an, das fortlaufend ergänzt und am Ende gemeinsam besprochen werden sollte, um die Ergebnisse zu sichern. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können den Begriff "Zunft" erklären und zentrale Merkmale sowie Aufgaben von Zünften im Mittelalter beschreiben. dabei verstehen, dass eine Zunft ein weitgehend alle Lebensbereiche ihrer Mitglieder umfassender Verbund war, der nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und kulturelle Funktion hatte. den mittelalterlichen Zunftbegriff von heutigen Organisationen wie Kammern und Innungen unterscheiden. die Bedeutung des Handwerks und der Zünfte im mittelalterlichen Stadtleben anhand von Text-, Bild-, Video- und Kartenquellen in einfachen Worten beschreiben. Begriffe wie Zunftordnung, Zunftmeister und Zunftzwang in eigenen Worten erläutern und im historischen Kontext einordnen. Berufe und handwerkliche Tätigkeiten des Mittelalters mit heutigen Berufsbildern vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede benennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können gezielt Informationen aus einem Video entnehmen und mithilfe eines Lückentextes sichern. einen historischen Stadtplan (Kartenausschnitt) auswerten, indem sie handwerksbezogene Straßennamen identifizieren und zuordnen. eine Audio-Datei begleitend zum Lesen nutzen, um ihr Textverständnis zu sichern und zu vertiefen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können in Paar- oder Gruppenarbeit gemeinsam erarbeitete Ergebnisse (z. B. zu Berufen im Mittelalter) strukturiert präsentieren und Fragen dazu beantworten. die Ergebnisse von Interviews mit Familienmitgliedern zu Berufen früher und heute aufbereiten und der Klasse in nachvollziehbarer Form vorstellen. gemeinsam mit anderen Lernenden ein Glossar mit Fachbegriffen erstellen und sich darüber austauschen.

    • Geschichte
    • Sekundarstufe I
    Gruppe von Menschen sitzen beieinander

    Tarifpolitik und Sozialpartnerschaft

    Unterrichtseinheit

    Die Unterrichtseinheit für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 11–13 der Sekundarstufe II vermittelt den Schülerinnen und Schülern das Konzept der Sozialpartnerschaft und die Grundlagen der Tarifpolitik. Sie analysieren die theoretischen Hintergründe, untersuchen Tarifverträge am Beispiel des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks und bewerten deren Bedeutung für die eigene berufliche Zukunft. Vor dem Hintergrund eines Sozialstaates – oder auch Wohlfahrtsstaates –, wie es Deutschland ist, spielt die sogenannte Sozialpartnerschaft eine große Rolle. Hierbei geht es um das Miteinander von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, ihren Verbänden und den Gewerkschaften. Im eigentlichen Sinne ist das Ziel der Sozialpartnerschaft, eventuelle Interessengegensätze durch Konsenspolitik zu lösen. Konkret wird die Sozialpartnerschaft immer dann, wenn es zum Beispiel auf betrieblicher Ebene um die Beteiligung der Arbeitnehmenden in Form von Betriebsräten geht. Auch auf regionaler Ebene, auf Bundesebene und auf europäischer Ebene arbeiten die Sozialpartner zusammen – in Form gemeinsamer Positionierungen, Initiativen, Aktionen oder durch den sozialen Dialog. Mit dem Begriff Sozialpartnerschaft wird zunächst die institutionalisierte Kooperation zwischen Verbänden und Gewerkschaften verstanden. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff vor allem auf die Tarifpartnerschaft bezogen, deren Kern die Lohnpolitik ist. In dieser Unterrichtseinheit setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Themen Tarifpolitik und Sozialpartnerschaft auseinander. Der erste Teil der Einheit vermittelt eine grundlegende Einführung in die komplexe Thematik. Mithilfe eines Grundlagentextes werden die Sozialpartnerschaft sowie die Definition und Funktion von Tarifverträgen, ihre Bedeutung für die Arbeitnehmenden in Betrieben und die Tarifautonomie erarbeitet. Im zweiten und dritten Teil der Unterrichtseinheit liegt der Schwerpunkt auf einem konkreten Beispiel , das im Rahmen eines Rollenspiels erfahrbar gemacht wird. Dies geschieht exemplarisch anhand eines Tarifvertrages, der für Schülerinnen und Schüler besonders lebensnah ist: Der „ Ausbildungsvergütungstarifvertrag im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk “ regelt, wie hoch der Azubi-„Lohn“ ist. Das Besondere: Er ist allgemeinverbindlich – ist also rechtlich bindend für alle betroffenen Betriebe, auch für Klein- und Kleinstbetriebe. Die Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Beispiel zentrale Akteure und Verfahren einer Tarifverhandlung kennen, indem sie sich im Rollenspiel nicht nur mit den unterschiedlichen Positionen vertraut machen, sondern auch den Verhandlungsablauf und ein mögliches Ergebnis simulieren. Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern durch die Arbeit mit Primärquellen – wie beispielsweise dem Tarifvertrag – einen direkten Bezug zur Lebenswelt und zur Bedeutung der Sozialpartnerschaft zu vermitteln. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, da zentrale Begriffe und Konzepte auf den Arbeitsblättern bereitgestellt werden. Die Aufgabenstellungen sind so formuliert, dass sie unterschiedliche kognitive Anforderungen abdecken – von der Wiedergabe von Informationen bis hin zur eigenständigen Analyse und Bewertung. Dies fördert nicht nur das Textverständnis, sondern unterstützt auch die Vorbereitung auf das Abitur. Zudem ermöglicht das integrierte Rollenspiel den Schülerinnen und Schülern, das Debattieren und konstruktive Miteinander einzuüben. Das Rollenspiel könnte ggf. auch in Form von Hausaufgaben und der Erstellung von Essays durch die Schülerinnen und Schüler erfolgen. Hierbei könnten sowohl einzelne Perspektiven (z. B. Schreibe einen Essay aus Sicht der Gewerkschaftsvertretung zu den Verhandlungen. Nutze dazu die Information von Arbeitsblatt 3), auch als eine Gesamteinschätzung erfolgen (z. B. Schreibe einen Essay zum Thema Tarifverhandlungen. Nutze dazu die Informationen zum Rollenspiel und berücksichtige alle Perspektiven). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Sozialpartnerschaft kennen. lernen neue Fachbegriffe und deren Definitionen (z. B. Tarife, Tarifkonflikt, Schlichtung, Vertrag usw.). verstehen die Grundlagen der Tarifpolitik, den Nutzen von Tarifverträgen und die Rolle von Sozialpartnern in der Wirtschaft. erleben Tarifpolitik in Aktion, lernen Verhandlungsstrategien kennen und reflektieren wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler identifizieren relevante Quellen. arbeiten mit Primärquellen und analysieren diese. fassen Informationen zusammen, organisieren sie und bewahren sie strukturiert auf. interagieren auf Basis der Informationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler debattieren. können lösungsorientiert kommunizieren. können den Nutzen von Verträgen und Absprachen für das eigene Leben erkennen.

    • Politik / Wirtschaft
    • Sekundarstufe II

    Materialien rund um Politik und Gesellschaft

    Unsere Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel und zeichnet sich durch ein hohes Maß an Komplexität und Heterogenität aus. Um diesem Zustand begegnen zu können, benötigen Schülerinnen und Schüler politische Mündigkeit. Sie sollen in der Lage sein, gesellschaftliche Fragen und Probleme zu verstehen und zu beurteilen. Darüber hinaus geht es darum, grundlegende Kompetenzen wie selbstständiges Denken, vernetztes Wahrnehmen, Beurteilen und Handeln zu fördern. In dieser Themenwelt werden Materialien gebündelten, mit denen sich Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Formen gesellschaftspolitischen Lebens und Arbeitens von Menschen in verschiedenen Räumen der Erde, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen.

    Schule und Unterricht hat die Aufgabe, die Basiskompetenzen des demokratischen Gemeinwesens an Lernende und damit an jene zu vermitteln, die unsere Gesellschaft künftig prägen werden. Ihnen sind Möglichkeiten aufzuzeigen, um auf der Basis einer kritischen Urteilsfähigkeit an politischen und gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben. Das bedeutet unter anderem, dass sie in der Lage sind, die Folgen gesellschaftlicher und politischer Entscheidungen für sich und andere aus sozialer, ökologischer, ökonomischer und globaler Perspektive abzuschätzen. Lebensweltbezug ist auch hier wiederum essenziell. Deshalb gilt es, aktuelle Fragen und Herausforderungen in den Blick zu nehmen und in einen politischen sowie gesamtgesellschaftlichen Kontext zu setzen. Exemplarisch dafür stehen auch die für das Handwerk aktuellen und relevanten Themen wie Klimawandel, Digitalisierung, Mobilität, Nachhaltigkeit oder Gerechtigkeit und gerechte Verteilung. Aber auch damit verbundene Fragestellungen aus der Berufs- und Arbeitswelt, wie sich ändernde Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitgeber oder die Frage des lebenslangen Lernens, bieten Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten der Auseinandersetzung. Dabei gilt es stets, die individuellen Erfahrungen der Lernenden einzubeziehen. So wird durch die Verknüpfung persönlicher Erlebnisse und Interessen mit gesellschaftlich relevanten Fragen demokratisches Denken gefördert.

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    Das Handwerk

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