In der vorliegenden Unterrichtsreihe analysieren Schülerinnen und Schüler, wie sprachliche und inhaltliche Gestaltungen eingesetzt werden, um bestimmte Wirkungen bei einer festgelegten Zielgruppe zu erzielen. Dies untersuchen sie am Beispiel des Gerüstbauer-Handwerks und des Bauingenieurwesens. Die Analyse der Selbst- und Fremddarstellungen der Berufe dient dabei als Anwendungsfeld.
Auf Arbeitsblatt 1 untersuchen sie in Gruppen unterschiedliche Medien, in denen sich die beiden Berufsfelder präsentieren. Sie betrachten Zielgruppe, Inhalte, sprachliche und bildliche Gestaltung sowie Auslassungen und beurteilen die Wirkung.
Arbeitsblatt 2 erweitert die Analyse um journalistische Texte und Auszüge aus einer politischen Rede. Die Lernenden untersuchen wie unterschiedliche Perspektiven und Gestaltungen die Darstellung eines Gegenstands prägen und vergleichen die Fremddarstellungen mit den zuvor analysierten Selbstdarstellungen.
Hinweis: Der Deutschlandfunk Kultur Beitrag stammt aus dem Jahr 2017; Angaben zu Ausbildung, Arbeitssicherheit und Verdienst sind teilweise veraltet. Das Gerüstbauer-Handwerk ist seit 1998 ein Vollhandwerk, die Unfallzahlen sind seit Jahren rückläufig. Für 2026 betragen die monatlichen Ausbildungsvergütungen 1.125€ im ersten, 1.300€ im zweiten und 1.550€ im dritten Ausbildungsjahr. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 3.250€ brutto, das Meistergehalt bei etwa 4.400€ brutto im Monat. Damit liegt das Gerüstbauer-Handwerk im oberen Lohnbereich der Handwerksberufe. Bei der Arbeit mit dem Text sollten diese Aspekte thematisiert und von der Analyse seiner Perspektive und sprachlichen Gestaltung unterschieden werden.
Arbeitsblatt 3 fokussiert die eigene Textproduktion: Die Lernenden verfassen einen Leserbrief, einen Erfahrungsbericht über ein Praktikum oder eine Stellungnahme. Sie geben einander Feedback zu Wirkung und Gestaltung und erörtern die Leitfrage „Wie prägt Sprache unsere Vorstellungen?"
Die Unterrichtseinheit verbindet Textanalyse, Medienkritik und eigenes Schreiben. Sie stärkt die Fähigkeit, Darstellungen kritisch zu untersuchen und eine begründete eigene Position zu entwickeln und zu formulieren.









